Flugzeug-Radkeile: Auswahl, Größe und Vorfeldpraxis
Die richtige Auswahl von Radkeilen nach Material und Höhe sichert das Parken und schützt die Reifen. Ein praktischer Leitfaden zu Größe und Einsatz.

Ein Flugzeug sicher zu parken beginnt mit korrektem Unterlegen. Es wirkt einfach, doch schlecht ausgeführt führt es zu ungewollter Bewegung, Reifenschäden und vermeidbaren Verzögerungen. Dieser Leitfaden bietet Abfertigungs- und Vorfeldteams eine praktische Referenz, um Radkeile auszuwählen, zu dimensionieren und auf dem Vorfeld sicher zu platzieren.
Wozu Flugzeug-Radkeile dienen
Radkeile sind keilförmige Blöcke, die an den Reifen anliegen und beim Parken oder bei Wartungsarbeiten unbeabsichtigtes Rollen verhindern. Sie bilden einen mechanischen Anschlag gegen Bewegung durch Wind, Gefälle, Schub oder Vorfeldverkehr. Nach dem Abstellen der Triebwerke und Anziehen der Parkbremse ist das Unterlegen meist Pflicht und bleibt auch beim Schleppen, beim Push-back und bei der Wartung unverzichtbar.
Richtig gewählte Keile verringern den Reifenabrieb, senken das Risiko von Fremdkörpern (FOD) gegenüber improvisierten Blöcken und schaffen eine wiederholbare Sicherheitsroutine über alle Schichten hinweg.
Gummi oder Polyurethan?
Beide Werkstoffe sind weit verbreitet; die Wahl hängt meist von Umgebung, Handhabung und Lebensdauer ab.
- Gummi: Hervorragender Bodengriff, nachgiebige Kontaktfläche und gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Bewährt auf kalten, unebenen Flächen. Trocken und vor Sonne geschützt lagern, um Aushärten zu verzögern.
- Polyurethan (PU): Bei gleichem Volumen leichter, sehr verschleißfest und leicht zu reinigen. PU hält kräftige, gut sichtbare Farben. Eine Qualität mit nachgewiesener Kraftstoff- und Enteiserbeständigkeit wählen.
Dimensionierung nach Reifendurchmesser
Die Höhe ist entscheidend: ein zu kleiner Keil kann rutschen, ein zu großer belastet die Reifenflanke. Als Ausgangswert:
- Reifendurchmesser bis 900 mm: Keilhöhe etwa 120-150 mm
- 900-1200 mm: etwa 150-200 mm
- 1200-1500 mm: etwa 200-250 mm
- über 1500 mm (Großraum-Hauptfahrwerk): etwa 250-300 mm
Stets mit dem Wartungshandbuch Ihrer Flotte und den örtlichen Verfahren abgleichen.
Platzierung, Spalt und Anstellwinkel
Den Keil rechtwinklig zum Reifen platzieren, auf ebener Fläche etwa in 3- oder 9-Uhr-Position zur Achshöhe zentriert. Bei Gefälle oder starkem Wind den Verfahren des Betreibers folgen, die ein Unterlegen vorn und hinten verlangen können.
- Spalt zum Reifen: Eine satte Passung mit kleinem sichtbarem Spalt, typisch 10-25 mm, sodass der Keil anliegt, ohne den Reifen zu stauchen.
- Anstellwinkel: Die flache Seite des Keils an den Reifen legen, um den Kontaktdruck zu verteilen.
- Bodenkontakt: Die gesamte Grundfläche muss plan aufliegen; zuvor Steine und FOD entfernen.
Prüfungen gegen FOD und Bewegung
- Keile vor dem Einsatz auf Risse, ausgehärtete Flächen oder fehlende Beschläge prüfen und verschlissene ersetzen.
- Bei Nässe oder Eis den Keil anheben und neu ansetzen, wenn die Basis auf Farbe oder poliertem Beton rutscht.
- Nach starkem Schub oder plötzlichem Windwechsel Sitz und Spalt erneut prüfen.
- Keile erhöht, trocken und vor UV geschützt lagern, um die Lebensdauer von Gummi und PU zu verlängern.